Suche
  • Gemeinschaftsbüro "Netzwerk Solidarität"
  • Reichenberger Straße 52, 02763 Zittau
Suche Menü

Partei ergreifen für die Zittauer Theaterschaffenden

In einem offenen Brief wandten sich die Sozialdemokraten des Ortsvereins Zittau am 27.04.2011 an den Zittauer Oberbürgermeister Arndt Voigt und den Zittauer Stadtrat, um sich für den Erhalt des Zittauer Gerhard- Hauptmann- Theaters einzusetzen. Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren des Zittauer Stadtrates,

hiermit bitten wir Sie dringend, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Arbeitsplätze der Zittau- er Theaterschaffenden zu erhalten und die Finanzierung des Gerhard- Hauptmann- Theaters Zittau für die Zukunft zu sichern.

Diese Bitte ist durch die folgenden Entwicklungen begründet:

Mit Antritt der Schwarz- Gelben Regierung im Freistaat Sachsen im Jahr 2009 wurde deutlich, dass auch im Kulturraum mit herben Finanzeinsparungen zu rechnen ist. Trotz des Wissens, dass der Haushalt des Landkreises Görlitz durch hohe Sozialausgaben belastet ist und dadurch der Gestal- tungsspielraum noch schwieriger wird, wurde die Fusion der Theater Görlitz – Zittau beschlossen. Dies geschah, obwohl sich bereits bei einer Podiumsdiskussion im Jahr 2008 – unter Anwesenheit von Herrn Landrat Lange, der Intendanten der Bautzener, Görlitzer und Zittauer Theater sowie Herrn Kopp, Vertreter der Gewerkschaft Verdi – abzeichnete, dass in Anbetracht kommender Tarifverhand- lungen die Bereitstellung einer höheren Finanzsumme für die Theater Görlitz und Zittau erforderlich wird. Aktuell hat die Schwarz- Gelbe Regierung des Freistaat Sachsen die Kulturraumgelder massiv gekürzt. Wie der Landkreis Görlitz und der Kulturraum eine zu erwartende Finanzlücke schließen kann, ist bei der gegenwärtigen Haushaltslage des Landkreises ungewiss.

Es ist ein großer Verdienst der Zittauer Politik und der theaterbegeisterten Zittauer Bürger auf eine über 200jährige Theatertradition verweisen zu können. Diese Tatsache spricht für die Weitsicht der Zittauer „Stadtväter“. Wer sich als Stadt ein Theater „leistet“, stärkt die Kunst, Kultur und Bildung des Standortes. Diese Einstellung wird weiterhin von der kürzlich erfolgten Sanierung des denkmal- geschützten Theatergebäudes untermauert.

Jedoch ist das Bestehen des Gerhard- Hauptmann- Theaters Zittau auch zu einem großen Teil durch die Zittauer Theaterschaffenden ermöglicht worden. Bereits seit Jahren sind die Mitarbeiter aus dem Tarifvertrag ausgestiegen und haben Lohneinbußen in Kauf genommen, um die Finanzierung des Zittauer Theaters zu sichern. Dieses Handeln verdient unser aller Respekt und die moralische Ver- pflichtung, alle Möglichkeiten zu nutzen, die Arbeitsplätze der Mitarbeiter am Zittauer Gerhart Hauptmann- Theaters zu sichern, sowie die Ausbildung junger Menschen weiterhin zu garantieren.

Deshalb bitten die Zittauer Sozialdemokraten die verantwortlichen Politiker, dass diese soziale Ver- antwortung für die Mitarbeiter des Gerhart Hauptmann- Theaters Zittau übernehmen und Partei für die Theaterschaffenden ergreifen. Darüber hinaus bitten wir Sie, im Interesse der Erhaltung beider Theaterstandorte – Theater Görlitz und Theater Zittau – die erfolgte Fusionierung auf den Prüfstand zu stellen.
Die Stadt Zittau hat die Chance, in diesem schwierigen Prozess beispielgebend aktiv zu werden.

Mit der Bitte um eine Antwort grüßt der Ortsverein der Sozialdemokraten Zittaus,

Wolfgang Speer
Vorsitzender